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RegionHaguenau

Wald von Haguenau: Wege, Tierwelt und Ausgangspunkte

Der Wald von Haguenau beginnt am Stadtrand und erstreckt sich über rund dreißig Kilometer von West nach Ost. Er ist ungeteilt: Der Staat und die Gemeinde sind seit dem 17. Jahrhundert zu gleichen Teilen Miteigentümer. Hier die Ausgangspunkte, die markierten Wege, die Tiere, nach denen sich Ausschau halten lässt, und der richtige Zeitpunkt zum Wandern.

8 Min. Lesezeit

Warum spricht man in Haguenau von einem ungeteilten Wald?

Die Ungeteiltheit ist eine rechtliche Besonderheit, geerbt aus einer königlichen Verordnung von 1696 unter Ludwig XIV., die ein Miteigentum zu gleichen Teilen zwischen der Stadt Haguenau und dem Staat begründete. Diese Regel hat sich seither nicht geändert: Die beiden Eigentümer teilen sich den Wald, ohne dass das Gelände in getrennte Parzellen aufgeteilt wäre, und die Bewirtschaftung liegt beim französischen Forstamt ONF. Der ungeteilte Wald im engeren Sinn umfasst 13 400 Hektar.

Er gehört zu einem größeren Waldgebiet von etwa 21 000 Hektar, das die ONF als das sechstgrößte Flachlandwaldgebiet Frankreichs führt. Das Ganze misst rund 30 Kilometer von West nach Ost und 10 Kilometer von Nord nach Süd. Der ungeteilte Wald trägt das Label Forêt d’Exception, das er im Januar 2020 erhalten und für den Zeitraum 2025 bis 2031 erneuert bekommen hat, mit drei Schwerpunkten: Umweltbildung, Gleichgewicht zwischen Wald und Wild, grenzüberschreitende Zusammenarbeit.

  • Miteigentum von Staat und Stadt Haguenau, zu gleichen Teilen, seit 1696
  • 13 400 Hektar für den ungeteilten Wald, rund 21 000 Hektar für das gesamte Waldgebiet
  • Label Forêt d’Exception seit Januar 2020

Der Gros Chêne, wichtigster Ausgangspunkt im Wald von Haguenau

Die Lichtung Gros-Chêne ist der zentrale Anlaufpunkt für Besucher. Die ONF zählt dort rund 300 000 Besuche im Jahr, bei 600 000 für den gesamten Wald. Von hier gehen die meisten markierten Routen, Radrundwege und Trimmpfade aus. Der Ort verdankt seinen Namen einer bemerkenswerten Eiche, von der ein Rest geblieben ist; der Baum wurde 1913 vom Blitz getroffen. Ein historisches Forsthaus mit Gasthof steht an der Stelle.

Der Ort versammelt mehrere Sehenswürdigkeiten auf engem Raum, was ihn zu einem guten Start mit Kindern macht: Spielplätze, Picknicktische, Entdeckerpfade und eine Runde, die für Menschen mit eingeschränkter Mobilität hergerichtet ist. Zu sehen sind außerdem die Kapelle Saint-Arbogast, nachgebildete Hügelgräber und ein zeitgenössisches Denkmal von Gloria Friedmann. Rechnen Sie mit einem halben Tag, wenn Sie Spaziergang und Rast verbinden.

Welchen Wegen folgt man ab Haguenau?

Das Waldgebiet zählt rund 200 Kilometer markierte Wege, dazu Radrundwege und Trimmpfade. Mehrere Routen sind thematisch angelegt: Der Rundweg der Schierlach folgt dem Wasserlauf, der Töpferpfad quert Feuchtgebiete, und für Familien ist ein spielerischer Spaziergang vorgesehen. Es gibt so gut wie keine Steigung, die Böden sind sandig: Das Gehen bleibt leicht, doch nach Regen sind geschlossene Schuhe vorzuziehen.

Die Wegekarte lässt sich online herunterladen und ist im Tourismusbüro des Pays de Haguenau erhältlich. Nehmen Sie sie vor dem Aufbruch mit: Die Markierung ist ordentlich, doch die Waldkreuzungen ähneln einander stark und das Kronendach begrenzt die Orientierungspunkte. Drei Orte dienen als praktische Stützpunkte, um eine Runde zu bauen, jeder von den Hauptwegen erreichbar und auf der Papierkarte leicht zu finden.

  • Rund 200 Kilometer markierte Wege im Waldgebiet
  • Thematische Routen: Rundweg der Schierlach, Töpferpfad, spielerischer Spaziergang
  • Wegekarte im Tourismusbüro des Pays de Haguenau erhältlich
  • Waschhaus Hundshof

    Ehemaliges Waldwaschhaus, heute ein von Wandernden und Radfahrenden vielbesuchter Bezugspunkt, mit Zählgerät ausgestattet.

  • Weiher des Gründel

    Weihergruppe an einer Kreuzung im Norden des Waldgebiets, natürliche Rast auf langen Routen.

  • Weiher des Brunwald

    Renaturierte ehemalige Lehmgrube, vom Eisvogel besucht.

Welche Tier- und Pflanzenwelt beobachtet man im Wald von Haguenau?

Die Zusammensetzung des Waldes ist seine Besonderheit: Trauben- und Stieleiche sowie Waldkiefer wachsen dort im Flachland natürlich vermischt. Die ONF sieht darin den einzigen Vertreter mitteleuropäischer Mischwälder in Frankreich. Der Boden erklärt vieles: saurer Sand, durchsetzt von Tonlinsen, die Wasser halten. Daher dieses Mosaik von Lebensräumen auf wenigen hundert Metern, zwischen Sümpfen, Binnendünen und fruchtbareren Auenbereichen.

Bei den Tieren sind Hirsche, Wildschweine und Spechte die häufigsten Bewohner. Das Waldgebiet beherbergt auch geschützte Arten, die im Rahmen von Natura 2000 beobachtet werden: Hirschkäfer, Gelbbauchunke, Kammmolch, Schwarzspecht und Raufußkauz. Sechs biologische Reservate mit zusammen rund 250 Hektar ergänzen das Ganze. Um zu bestimmen, was Ihnen begegnet, bietet die ONF eine kostenlose App an, Clés de forêt, die 82 Arten abdeckt.

  • Eiche und Waldkiefer natürlich vermischt, einmalig in Frankreich
  • Im Rahmen von Natura 2000 beobachtete geschützte Arten, darunter der Schwarzspecht
  • Sechs biologische Reservate, zusammen rund 250 Hektar

Was bleibt an Geschichte unter den Bäumen?

Der Waldboden bewahrt rund 600 Hügelgräber aus der Bronze- und der Eisenzeit, verteilt auf 23 Nekropolen. Die ONF beschreibt es als eines der bedeutendsten Grabensembles Europas. Über 750 Bestattungen wurden ausgegraben, und ihre Funde sind heute im Historischen Museum von Haguenau zu sehen. Die nachgebildeten Hügelgräber am Gros-Chêne geben eine Vorstellung davon, wie diese Aufschüttungen vor der Erosion aussahen.

Auch die jüngeren Schichten lassen sich lesen. Die religiöse Präsenz ab dem 5. Jahrhundert brachte dem Waldgebiet den Beinamen heiliger Wald ein. Der Zweite Weltkrieg hinterließ dort über hundert Bauwerke der Maginot-Linie. Und der Wald bleibt ein Ort der Produktion: rund 40 000 Kubikmeter Holz im Jahr, mit Fasseichenholz von sehr hoher Güte, und sechzehn Eichen, die für den Wiederaufbau des Vierungsturms von Notre-Dame in Paris entnommen wurden.

Welche Jahreszeit wählt man zum Wandern im Wald von Haguenau?

Das Waldgebiet lässt sich das ganze Jahr über begehen, mit deutlich verschiedenen Stimmungen je nach Jahreszeit. Der Frühling rückt die Feuchtgebiete und den Vogelgesang in den Vordergrund, die beste Zeit für die Vogelbeobachtungsstation. Im Sommer hält das Mischdach aus Eichen und Kiefern die Kühle besser als ein reiner Hochwald. Der Herbst bringt die Farben und die Hirschbrunft. Der Winter öffnet die Sichtachsen und macht die Hügelgräber lesbarer, wenn die niedrige Vegetation verschwunden ist.

Die ONF stellt jedes Jahr ein Programm geführter Ausgänge unter dem Titel Trésors cachés de la forêt indivise de Haguenau zusammen, verteilt von März bis Dezember. Die Themen kreisen um Artenvielfalt, Geschichte und Waldbewirtschaftung. Für die meisten Ausgänge ist eine Anmeldung nötig, und der Treffpunkt wird bei der Buchung mitgeteilt: Er wechselt von Führung zu Führung. Es ist der beste Zugang, um das Waldgebiet über den Spaziergang hinaus zu verstehen.

  • Bleiben Sie auf den markierten Wegen und führen Sie Hunde an der Leine
  • Nehmen Sie Ihren Abfall mit, machen Sie kein Feuer und rauchen Sie nicht unter dem Kronendach
  • Beachten Sie die Hinweise zu Jagd und Holzeinschlag
  • Lesen Sie vor dem ersten Ausflug die Besucherordnung

Was tun in Haguenau nach dem Spaziergang?

Die Rückkehr in die Stadt setzt den Ausflug gut fort. Das Elsässische Museum belegt die alte Kanzlei, ein um 1486 errichtetes Gebäude, das bis 1790 die Verwaltung der Reichsstadt beherbergte und 1903 um neugotische Türme ergänzt wurde. Die Sammlungen behandeln den Alltag im Elsass des 19. Jahrhunderts: Trachten, bemalte Möbel, Hinterglasmalerei, Fayence- und Gusseisenöfen. Eine Töpferwerkstatt wurde dort nachgebaut.

Dieser Abstecher erhellt den Töpferpfad, den man im Wald kreuzt: Die Erde der Gegend hat eine lange Keramiktradition genährt, mit dem Steingut von Soufflenheim und dem Steinzeug von Betschdorf, beide in den Vitrinen vertreten. Das Museum bewahrt außerdem eine Nachbildung der astronomischen Uhr, die der Schweizer Uhrmacher Isaac Habrecht 1581 in Ulm gebaut hat. Die beiden städtischen Museen liegen wenige Gehminuten voneinander entfernt im Zentrum.

Häufige Fragen

Wo startet man, wenn man den Wald von Haguenau nicht kennt?

Der Gros-Chêne ist der einfachste Ausgangspunkt. Es ist der wichtigste Besucheranlaufpunkt des Waldgebiets, mit Picknickplätzen, Spielgeräten für Kinder und dem Start zahlreicher markierter Wege, Radrundwege und Trimmpfade. Holen Sie sich vor dem Aufbruch die Wegekarte im Tourismusbüro des Pays de Haguenau.

Ist der Wald mit Kinderwagen oder Rollstuhl befahrbar?

Am Gros-Chêne gibt es eine für Menschen mit eingeschränkter Mobilität hergerichtete Runde. Die übrigen 200 Kilometer Wege haben natürlichen Sandboden ohne Belag und werden nach Regen weich.

Darf man einen Hund mitbringen?

Ja, sofern er an der Leine geführt wird. Der Hinweis steht in den von der Stadt und der ONF verbreiteten Verhaltensregeln. Das Waldgebiet ist als Natura-2000-Gebiet ausgewiesen und beherbergt geschützte Arten: Auf den markierten Wegen zu bleiben gehört zu denselben Regeln.

Wann finden die Führungen im Wald von Haguenau statt?

Die ONF plant jedes Jahr geführte Ausgänge unter dem Titel Trésors cachés de la forêt indivise de Haguenau, verteilt von März bis Dezember. Sie behandeln Artenvielfalt, Geschichte und Waldbewirtschaftung. Für die meisten ist eine Anmeldung nötig, und der Treffpunkt wird bei der Buchung angegeben.

Was bedeutet das Label Forêt d’Exception?

Es ist ein Label des französischen Forstamts ONF, das Waldgebiete mit hohem Erbewert auszeichnet und ein gemeinsames Vorhaben mit den Gebietskörperschaften begründet. Der ungeteilte Wald von Haguenau erhielt es im Januar 2020 und ließ es für 2025 bis 2031 erneuern, mit Umweltbildung und grenzüberschreitender Zusammenarbeit unter seinen Schwerpunkten.

Quellen

Öffnungszeiten und Preise ändern sich: Bitte prüfen Sie sie vor dem Besuch bei den Einrichtungen selbst.

Wo übernachten

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