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UnternehmungenTurckheim

Was tun in Turckheim: Stadttore, mittelalterlicher Kern und Weinberge

Turckheim liegt in einem Dreieck aus Stadtmauern, wenige Kilometer von Colmar entfernt. Drei befestigte Tore bewachen die Zugänge, ein Nachtwächter geht von Mai bis Oktober seine Runde, und die Weinberge des Grand Cru Brand steigen direkt hinter den Häusern an. Hier ist, was man sehen sollte, und in welcher Reihenfolge, für einen halben oder einen ganzen Tag.

7 Min. Lesezeit

Turckheim kurz gefasst: eine ehemalige Stadt der Dekapolis

Turckheim wird 1312 freie Reichsstadt. Der Bau der Stadtmauern beginnt 1315, und 1354 tritt die Stadt der Dekapolis bei, dem Bund der freien Städte des Elsass, dem unter anderem Colmar, Kaysersberg und Haguenau angehören. Diese Geschichte erklärt die Form des heutigen Zentrums: ein geschlossener Mauerring, drei Tore und im Inneren ein dichtes Gefüge von Häusern. Im 15. Jahrhundert beruht der Wohlstand der Stadt auf dem Export ihrer Weine in die Schweiz und ins Rheintal.

Der Dreißigjährige Krieg ließ Turckheim ausgeblutet zurück: Die Gemeinde zählt 1618 etwa 1 200 Einwohner und 1648 nur noch 18 Familien. Der Wiederaufstieg stützt sich auf den Wein, später auf die Papier- und Textilindustrie. 1868 erhält die Stadt mit der Linie Colmar, Turckheim und Munster einen Bahnhof, und 1899 verkehrt hier die erste elektrische Straßenbahn des Elsass, die zur Station Trois-Épis führte. Die Altstadt selbst ist in ihrem Dreieck geblieben.

  • Freie Reichsstadt 1312, Mitglied der Dekapolis ab 1354.
  • Die Stadtmauern werden 1315 begonnen und sind bis heute gut erhalten.
  • Die Touristeninformation belegt die alte Wachstube, rue Wickram.

Die drei befestigten Tore von Turckheim: France, Munster und Brand

Die drei Tore sind der einfachste Anhaltspunkt, um sich in Turckheim zurechtzufinden. Das Porte de France, auf 1330 datiert, öffnete die Stadt nach Südosten und diente dem Handel, vor allem in Richtung Schweiz. Es war mit Zugbrücke, Fallgitter und zwei aufeinanderfolgenden Toren ausgestattet. 1871 wurden Türmchen ergänzt und 1912 wieder entfernt. Es trägt auch eines der Storchennester der Gemeinde, von der Straße aus sichtbar.

Das Porte de Munster stammt aus dem 14. Jahrhundert. Seine Fenster sind mit Jakobsmuscheln verziert, was auf eine Rolle an den Pilgerwegen nach Santiago hindeutet, und es trug eine Glocke, die vor Gewittern warnen sollte. Das Porte du Brand im Osten hatte die wehrhafteste Bestimmung der drei: massive, schmucklose Architektur, Fallgitter, Zugbrücke und Graben. Es wurde 2006 restauriert und bleibt der natürliche Übergang zu den Reben.

  • Die drei Tore erreicht man zu Fuß in wenigen Minuten: Die Altstadt liegt in einem Dreieck.
  • Bedeutende Reste der Stadtmauer sind zwischen den Toren noch abzulesen.

Was gibt es im mittelalterlichen Kern von Turckheim zu sehen?

Der historische Rundgang beginnt an der Touristeninformation in der alten Wachstube aus dem 16. Jahrhundert, rue Wickram. Rechnen Sie mit etwa 50 Minuten Gehzeit. Er führt an den Resten der Stadtmauer entlang, am Rathaus von 1598 und am Hôtel des Deux-Clefs vorbei, einer ehemaligen Schenke von 1620. Die Fachwerkhäuser reihen sich ohne Unterbrechung, oft eher an einem alten Schild als an einer Hausnummer zu erkennen.

Der Weg weist auch auf das Haus zum Roten Ochsen und das zum Wilden Mann hin, auf den Hof des königlichen Vogts und den Zehnthof, in dem der Zehnte aus den Ernten gesammelt wurde. Die Kirche Sainte-Anne bewahrt einen romanischen Glockenturm von 1190, den einzigen Rest des ursprünglichen Baus: Chor und Langhaus stammen aus dem 19. Jahrhundert. Im Inneren stehen eine Silbermann-Orgel von 1755 und eine Pietà aus dem 16. Jahrhundert.

  • Der historische Rundgang startet an der Touristeninformation und dauert etwa 50 Minuten.
  • Die Broschüre zum Rundgang lässt sich auf der Seite der Touristeninformation herunterladen.

Der Nachtwächter von Turckheim: wie erlebt man die Runde?

Turckheim ist eine der letzten Städte Frankreichs, in der ein Nachtwächter geblieben ist. Die Runde findet von Mai bis Oktober jeden Abend statt und startet vor der Wachstube, rue Wickram. Der Wächter trägt Mantel, Dreispitz, Hellebarde, Laterne und Horn. Er durchquert das Zentrum, singt seinen Ruf und hält an, um von der Stadt zu erzählen. Prüfen Sie die Startzeit bei der Touristeninformation, bevor Sie hingehen.

Das Amt ist keine bloße Kulisse. Der Wächter sollte zuerst Bränden vorbeugen, mit dieser Mahnung an die Bewohner: « Han sori zu Fir und Liacht », gebt acht auf Feuer und Kerze. Danach rief er die Stunde aus, überwachte die Gassen und übernahm später auch Aufgaben als Feldhüter und Totengräber. Zwei Wächter waren angestellt, von den Familien über eine Abgabe bezahlt, das Wachtgeld. 1791 abgeschafft, wurde das Amt 1795 wiederhergestellt und hielt sich bis 1939. Der Geschichtsverein Wickram belebte es 1953 neu, und heute wechseln sich fünf Ehrenamtliche ab.

  • Die Runde startet vor der Wachstube, rue Wickram.
  • Sie findet von Mai bis Oktober jeden Abend statt.
  • Der Ruf des Wächters, « Han sori zu Fir und Liacht », mahnte, auf Feuer und Kerze zu achten.

Turckheim mit Kindern: Störche und frische Luft

Die Gemeinde zählt fünf offizielle Storchennester: auf dem Porte de France, auf der Schule, auf dem Winzerkeller, auf dem Campingplatz und in der rue De Lattre. Ein wildes Nest belegt zusätzlich den Schornstein eines Privathauses. Sie zu entdecken gibt dem Spaziergang durch das Zentrum einen roten Faden. Der Storchenpark liegt im Freizeitgelände Baradé: Vier Vögel werden dort in einem Gehege gehalten, um ihnen den Zugtrieb zu nehmen, und täglich gefüttert.

Über der Stadt bilden Les Trois-Épis eine Höhenlage, die früher über die elektrische Straßenbahn von 1899 mit Turckheim verbunden war. Die Stadt lehnt sich an den Eingang des Fecht-Tals, was Wald und Kämme in unmittelbare Reichweite rückt. Drei Entdeckerrouten werden ab dem Zentrum angeboten, und die zugehörigen Broschüren lassen sich herunterladen oder bei der Touristeninformation abholen.

  • Der Storchenpark ist im Freizeitgelände Baradé zu besuchen.
  • Die Störche des Parks bleiben das ganze Jahr über da, anders als die Nester in der Stadt.

Turckheim und Colmar: wie plant man den Tag?

Turckheim liegt im Pays de Colmar, wenige Kilometer von der Stadt entfernt, am Eingang des Fecht-Tals. Die 1868 eröffnete Bahnlinie zwischen Colmar, Turckheim und Munster verbindet die beiden Gemeinden weiterhin, und die Stadt hat ihren Bahnhof behalten. So kann man das Auto stehen lassen und beide Besuche am selben Tag verbinden, ohne sich die Frage des Parkens in einem mittelalterlichen Kern aus engen Gassen zu stellen.

Eine einfache Reihenfolge funktioniert gut: der mittelalterliche Kern mit seinen drei Toren am späten Vormittag, ein Aufstieg in die Hänge am Nachmittag, die Runde des Nachtwächters am Abend, wenn Sie zwischen Mai und Oktober kommen. Die Hänge über der Stadt tragen den Grand Cru Brand, den der markierte Weinlehrpfad, der Drachenpfad, ab der rue du Conseil durchquert. Turckheim gehört demselben historischen Bund an wie Colmar und Kaysersberg, und die Weinstraße führt durch die Gemeinde: Mit einem Auto lässt sich der Tag leicht auf die Nachbardörfer ausdehnen.

  • Die Linie Colmar, Turckheim und Munster ist seit 1868 in Betrieb und bedient den Bahnhof Turckheim.
  • Die Touristeninformation gibt Pläne, Broschüren und den Veranstaltungskalender aus.

Häufige Fragen

Wie viel Zeit braucht man für Turckheim?

Der historische Rundgang durch das Zentrum dauert etwa 50 Minuten. Ein halber Tag genügt für die Altstadt und ihre drei Tore. Planen Sie einen ganzen Tag ein, wenn Sie eine Wanderung in den Hängen und die Runde des Nachtwächters hinzunehmen, die von Mai bis Oktober stattfindet.

Wann kann man den Nachtwächter von Turckheim sehen?

Er geht seine Runde von Mai bis Oktober jeden Abend, ab der Wachstube in der rue Wickram. Die Tradition wurde 1953 vom Geschichtsverein Wickram neu belebt, und heute wechseln sich fünf Ehrenamtliche ab. Die Startzeit gibt die Touristeninformation an.

Wie kommt man von Colmar nach Turckheim?

Die 1868 eröffnete Bahnlinie Colmar, Turckheim und Munster bedient den Bahnhof Turckheim. Die beiden Gemeinden liegen nur wenige Kilometer auseinander, was den Besuch ohne Auto leicht macht. Der mittelalterliche Kern lässt sich anschließend vollständig zu Fuß erkunden.

Wo sieht man in Turckheim Störche?

Die Gemeinde zählt fünf offizielle Nester, auf dem Porte de France, der Schule, dem Winzerkeller, dem Campingplatz und in der rue De Lattre, dazu ein wildes Nest auf dem Schornstein eines Privathauses. Der Storchenpark im Freizeitgelände Baradé beherbergt vier vor Ort gefütterte Tiere, die im Gehege gehalten werden, um ihnen den Zugtrieb zu nehmen.

Lohnt sich Turckheim außerhalb der Saison?

Die drei Tore, die Reste der Stadtmauer und der mittelalterliche Kern lassen sich das ganze Jahr über begehen. Die Runde des Nachtwächters findet dagegen nur von Mai bis Oktober statt. Die Störche des Parks Baradé bleiben dauerhaft vor Ort, da sie den Zugtrieb verloren haben.

Quellen

Öffnungszeiten und Preise ändern sich: Bitte prüfen Sie sie vor dem Besuch bei den Einrichtungen selbst.

Wo übernachten

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